Vom Berner Oberland geht’s am Roten Weg der Via Alpina zu Fuß ins Unterwallis und dazwischen ein bisserl in die Waadt. Nach der Schweiz folgt das italienische Aostatal. Frankreich erreichen wir heuer nicht. Trotzdem kommen etwas mehr als 200 km und über 11.000 Höhenmeter im Aufstieg zusammen (Et. 73-84).

Ein Vierteljahrhundert
Die Via Alpina feiert heuer einen halbrunden Geburtstag – sie ist nun 25 Jahre „alt“ und wie es heutzutage unter jungen Leuten üblich ist, braucht es zeitig die ersten Facelifting- und Bodycontouring-Eingriffe. Zunächst steht die Fettabsaugung am Programm: von fünf verschiedenen Routen bleibt ein Weg übrig (der Rote). Es folgt die Straffung: der schnörkelhafte Wegverlauf durch besonders reizvolle Landschaften wird begradigt, aus 2.600 km werden 2.000, aus 161 Etappen werden 116. Wen interessiert schon das Vinschgau mit dem Ortler, der Ursprung des Inns im Engadin, die weiße Pracht der Bernina oder die 23km lange Zunge des größten Gletschers der Alpen (Aletschgletscher)? Man will schließlich – ganz dem Zeitgeist entsprechend – schnell am Ziel sein.

Zahlenverwirrung
Und so kommt es, dass wir dank der neuen Etappenrechnung in Lenk nun bei Etappe Nr. 73 einsteigen, obwohl wir seit Triest auf der Via Alpina bereits 101 Etappen und circa 1.700 km in den Beinen haben. Der Kurort ist belebt und viele Wandernde, auch mit großen Rucksäcken, sind unterwegs. Werden wir hier am neuen roten Weg nun die Massen von Via Alpinist*innen treffen, die sich aufgrund des Jubiläums auf den Weg gemacht haben? Die Antwort gleich vorweg: nein! Am Ende der Etappe #83 werden wir Lukas kennenlernen – den einzigen von uns angetroffenen Weitwanderer auf dieser schönen Route für heuer.
Bei Prachtwetter ins Paradies
Gut ausgeruht starten wir also in Lenk im Simmental auf 1.068m Seehöhe und natürlich geht es gleich nach oben. Unser Zwischenziel ist der Trütlisbergpass (2.037m), wo wir auch unverzüglich von ein paar kleineren Gletschern, einem prächtigen Bergpanorama und unzähligen Exemplaren von verblühtem Gelben Enzian begrüßt werden. Ach ja, das Kaiserinnenwetter hätte ich fast vergessen. In dieser Umgebung lässt es sich fein pausieren. Stunden später treffen wir in Lauenen (1.241m) ein. Diese Ansiedlung darf sich seit genau 10 Tagen(!) „Bergsteigerdorf“ nennen. „Overtourism“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Fremdwort, man fühlt sich dem sanften Tourismus verpflichtet. Bewohnte Holzchalets, ein rauschender Wildbach, grandiose Bergwelt. Für eine Nacht „im Paradies“, so werden wir in einem 125 Jahre alten Chalet begrüßt. Das klingt doch vielversprechend!
Einmal Plantschen bitte!
Der nächste Tag bringt den nächsten Passübergang (Chrine auf 1.659m), aber davor gönnen wir uns noch ein erfrischendes Bad im Lauenensee, der von einem Hochmoor umgeben am südlichen Ende des Lauenentals gelegen ist. Unser Zielort ist Gsteig bei Gstaad (1.184m) und dieser ist schnell erreicht. Das Berner Oberland ist in dieser Gegend lieblich und reich an Kultur, die Berge nur mäßig hoch. Das Simmental und das Saanenland sind bekannt für ihre Scherenschnitte und man findet diese auf allerhand Alltagsgegenständen (Lampen, Bankerl, Joghurtbecher). Auch Gstaad ist ein beschaulicher Ort mit langer Geschichte.
Ein 9-Stunden-Tag hält viel parat
Der Wecker läutet vor Sonnenaufgang, denn es wartet ein langer Tag auf uns. Die Frühstücksbrote, die man uns gestern Abend überreicht hat, sind im XXXL-Format gehalten und werden uns auch noch auf der nächsten Jausenpause dienlich sein. Es geht steil hinauf. Mitten in dieser Steilheit arbeiten 2 Personen von Swissgrid mit einem alpingängigen Bagger am Stromnetz. Wie eine Spinne bewegt sich die Maschine im unwegsamen Gelände faszinierend leichtfüßig und sicher. Wir überschreiten die Kantonsgrenze, verlassen das mehrheitlich deutschsprachige Berner Oberland und betreten das Wallis, diesmal aber das französischsprachige Oberwallis. Der Sanetschstausee ist bald erreicht, der Weg weiter zum Sanetschpass (2.252m) gemächlich über eine breite Ebene.
Und dann der Blick Richtung Süden: in der Ferne und im Dunst ist eine Kette von vergletscherten Berggipfeln zu erkennen. Es ist der Alpenhauptkamm, der dort die Grenze zwischen Italien und der Schweiz bildet. Was noch so weit entfernt ausschaut, ist in 7 Tagen Fußmarsch zu erreichen. Dazwischen liegen Wälder, Almen, Pässe, seltene Alpenblumen, Bergrücken, ein Pilgerweg, Schluchten, Weitwandermassentourismus und ein Schlumpf in einem Bachbett. Wir träumen, aber noch ist der Tag nicht zu Ende. Es warten noch zwei brückenlose Flussquerungen auf uns und auch das Vorfeld des Tsanfleurongletschers mit seinen beeindruckenden Karstformationen muss noch passiert werden, bevor wir zur Hochebene von Mié gelangen und auf steilen, seilversicherten Steigen viele Höhenmeter zum Godetstausee absteigen, wo wir uns in der Auberge du Godet vom Tag erholen dürfen.
Auf den Schlumpf gekommen!
Von Le Godet (1.369m) geht es nun südlich der Diablerets-Türme Richtung Derborence (1.462m). Ein Felssturz im 18. Jahrhundert hat hier nicht nur ein Trümmerfeld zurückgelassen, sondern auch einen See durch Aufstauung und einen Urwald durch Nicht-Bewirtschaftung geschaffen. In Gedanken versunken passieren wir Steinfelder und ein ausgetrocknetes Bachbett, als ich vor mir am Boden etwas Buntes wahrnehme: es ist eine kleine Figur – ein Schlumpf mit grünem Rucksack, braunem Wanderstock und einer roten Blume hinterm Ohr. Es ist nicht irgendein Schlumpf. Nein, es ist der Wanderschlumpf! Den lassen wir hier natürlich nicht liegen, er kommt ab sofort mit auf unsere Wanderschaft. Gemeinsam geht es die Höhenmeter hinauf zum Pas de Cheville (2.038m), der auch die Kantonsgrenze zwischen dem Wallis und der Waadt ist. Nach einer Pause gelangen wir in das Rinder-Eldorado Anzeindaz (1.877m) – auf der Hochebene verteilen sich die Kühe so weit das Auge reicht. Hier wäre eigentlich unser Etappenende, doch gehen wir weiter und nehmen noch den Col des Essets auf 2.029m mit, um uns den morgigen Tag etwas abzukürzen. Auf der urigen Alpe La Vare (1.756m) finden wir freundliche Menschen, einen gemeinschaftlichen Aperitivo von Gastgebern und Gästen, erstklassiges Essen sowie ein Matratzenlager – Wanderin, was willst du mehr?
Eine Nummer zu groß
Der nächste Tag bringt uns Sorgenfalten auf die Stirn. Es soll der längste Marsch (über 10 Stunden) mit den meisten Höhenmetern im Aufstieg (über 1900m) in überwiegend exponiertem Gebiet aus Fels und Stein werden, bei prognostizierten Gewittern am Nachmittag. Das gewissenhafte Studium unserer Wanderkarte von Kümmerly + Frey offenbart auch noch eine Passage mit einem blauen Alpinwanderweg im Abstieg (500 Hm) nach etwa ¾ der zurückgelegten Wegstrecke – eine Kategorie, die uns bisher auf der Via Alpina in der Schweiz noch nicht unter die Sohlen gekommen ist. Diesen Abschnitt könnte man zwar zur Not umgehen, würde uns aber Extrazeit von gut einer Stunde kosten. Jetzt ist guter Rat teuer. Was sollen wir machen? Schon so mancher rote Bergwanderweg hat uns in der Schweiz in schwierig zu gehendes Gelände gebracht, da löst schon der Gedanke an einen blauen Alpinwanderweg eine gewisse Beklemmung bei mir aus. In Anbetracht der Gesamtsituation entscheiden wir uns gegen diese Route und beschließen, den Grand Muveran und die beiden Dents de Morcles links liegen zu lassen und nach Saint-Maurice im Rhônetal abzusteigen.

Wenn Automobile durch die Berge fahren
Ein langer Serpentinen- und Geocache-reicher Forstweg bringt uns nach Pont de Nant. Nicht jeder Cache wird gefunden, wenn auch sorgfältig gesucht. In einer Kehre ist Markus mit der Auffindung schwer beschäftigt, während sich ein Fahrzeug von oben kommend nähert. Kurz vor der Kurve bleibt das Auto stehen, der Fahrer steigt aus, grüßt freundlich, hebt etwas auf dem Forstweg auf und überreicht es Markus. Der staunt nicht schlecht. Es ist seine Sonnenbrille, die er offensichtlich verloren und der Fahrer glücklicherweise noch rechtzeitig gesehen hat, bevor sein Auto darüber gefahren wäre. Weiter geht es wildromantisch durch die schöne Schlucht des l’Avançon de Nant und Wanderschlumpf genießt die kühle Brise hier im Bachtobel. Dann unspektakulär weiter auf Forststraßen durch den Wald rund um den nordwestlichen Teil des Grand Muveran. An einer kahl geschlagenen Stelle erkennen wir den fernen Genfersee im Dunst. Während einer Pause mit „Seeblick“ (wirklich das einzig Attraktive weit und breit!) quält sich ein Minivan den Weg herauf. In gut 150 Meter Distanz von uns bleibt er stehen. Männer, Frauen, Kinder und Hunde verlassen das Fahrzeug. Ein Mann läuft die Steigung herauf und fragt uns keuchend, ob es weiter oben einen Parkplatz gäbe. Wir sind nicht ortskundig und folglich ratlos. Er läuft weiter, während „la famiglia“ beim Auto schnatternd wartet. Es ist rund um Ferragosto und eine italienische Großfamilie auf Urlaub in der Schweiz. Wahrscheinlich suchen sie hier im Wald einen Picknickplatz. Naja, da gibt es sicherlich schönere Orte für ein gemütliches Beisammensein. Nach Stunden im Forst erreichen wir die Weingärten oberhalb von Saint-Maurice und überqueren nach dem Mammuth-Bergab-Marsch (1.700 Hm) ein letztes Mal auf der Via Alpina die hier schon stattliche Rhône, verlassen das Waadtland und betreten wieder einmal das Wallis – das Französische verlässt uns nicht mehr so schnell. Es ist Nachmittag und über den Bergketten haben sich dunkle Wolken zusammengeschoben. Während wir uns nach der Dusche eine Rast gönnen, tobt draußen der Gewittersturm. Eine gute Entscheidung, diesen Weg zu nehmen.
Eine sehr alte Stadt
Heute haben wir keine Eile, denn nach Vernayaz sind es keine 12 km eben dahin. Es gibt also genug Zeit für ein ausgedehntes Besichtigungsprogramm am Vormittag. Saint-Maurice (413m) hat eine lange Geschichte und war schon unter den Römern ein wichtiger Stützpunkt entlang der Rhône. Unter virtuosem Glockengeläut – die Melodie klingt nach J. S. Bach – spazieren wir zur Abtei aus dem 6. Jahrhundert, dann weiter zum Schloss und suchen auch die Feengrotte in der steilen Wand. Ein Abstecher zur Einsiedelei hoch oben in den schroffen Kalksteinfelsen von Saint-Maurice geht sich auch noch aus – es sind ja schließlich nur 491 Stufen an einem sonst fast höhenmeterfreien Tag. Die grandiose Aussicht über das Rhônetal beruhigt meinen Puls aber wieder und Wanderschlumpf blickt über die reizvolle Landschaft mit Bergkulisse.
Schweißtriefende Pilger*innen gen Süden
Entsprechend müde machen wir uns um die Mittagszeit schließlich auf den Weg nach Vernayaz. Die Sonne brennt gnadenlos herunter und das Thermometer klettert auf sommerliche 30°C und mehr. Das Rhônetal ist auf der gesamten Breite dicht bepackt mit Infrastruktur (Bahnstrecke, Autobahn, Landstraße), Industrie, Landwirtschaft und dem Fluss. Unser Wanderweg führt direkt entlang der Stromtrasse, wir schwitzen ohne Schatten von Mast zu Mast (nein, es ist hier nicht eine Aneinanderreihung üppiger Mahlzeiten gemeint). Spätestens jetzt gefällt es uns gar nicht mehr, dass wir gestern die Via Alpina verlassen haben und erst in Vernayaz wieder auf die offizielle Wanderroute treffen werden. Da hilft es auch nicht, dass mit der Via Francigena und dem Jakobsweg zwei bedeutende Pilgerwege hier entlangführen und wir uns für heute „Pilger*innen“ nennen dürfen. Aber immerhin haben wir zwei nette Begegnungen. Kurz nach Saint-Maurice treffen wir eine ältere Dame mit einem Hund, die beim Anblick unserer Rucksäcke gleich neugierig nachfragt, wohin wir gehen. Sie kennt zwar die Via Alpina nur vom Hörensagen, hat aber ein Buch über unseren Weg zu Hause – dank uns hat sie jetzt endlich einen Grund, sich das Buch mal genauer anzuschauen! Außerdem stellt sich heraus, dass auch sie vor Jahren als Weitwanderin unterwegs war, während sie heute als Hundesitterin tätig ist. In Evionnaz treffen wir auf einen Radfahrer, der heute Morgen in Lausanne gestartet ist und die Via Francigena mit seinem Drahtesel bewältigen möchte. Auch er hat eine Vergangenheit als Weitwanderer. Gefühlt nach vielen Stunden (tatsächlich waren es nicht einmal drei) kommen wir in Vernayaz (451m) an und müssen feststellen, dass die einzige Unterkunft in diesem kleinen Ort, die wir seit 2 Tagen vergeblich versuchen telefonisch zu erreichen, wohl dauerhaft geschlossen ist. Wie gut, dass es hier so viel Infrastruktur gibt 😉 – wir steigen alsbald in den Zug und fahren wenige Minuten nach Martigny, wo wir alles vorfinden, was wir brauchen.
Die heiße Schlacht am kalten Frühstücksbuffet
Wir bleiben in Martigny, auch Martinach genannt, für einen entspannten Ruhetag. Dieser beginnt ganz unentspannt mit der Schlacht einer deutschen Busreisegruppe am Frühstücksbuffet. Man kann sich das in etwa wie die biblische Heuschreckenplage vorstellen. Circa 80 Senior*innen strömen gleichzeitig in den Frühstücksraum, jeweils eine Person besetzt den Tisch, während die zweite Person sich umgehend am Buffet zu schaffen macht. Bald bilden sich lange Schlangen und nichts geht mehr. Nach einer halben Stunde haben sie alles, was sie brauchen (oder auch nicht brauchen) auf Tellern gestapelt und die Raubtierfütterung zu Tisch beginnt. Ein Blick zum Buffet offenbart die Katastrophe alttestamentarischen Ausmaßes: alle Teller, Platten, Schüsseln, Schalen und Körbe sind leergefegt, die Kaffeemaschine ist von der vollen Sudtasse blockiert und die Orangenpresse dreht ohne Nachschub geduldig ihre Runden. Mit schreckgeweiteten Augen erkennt die Buffetkraft das traurige Desaster, holt ihre Kolleg*innen und mit vereinten Kräften wird dafür gesorgt, dass die weitwandernden Gäste nicht die Brösel vom Boden auflesen müssen. Danke!
Ruhetag in Martigny
Die Stadt mit ihren über 20.000 Einwohnern liegt südlich vom „Rhôneknie“ und hat ein römisches Amphitheater, eine mittelalterliche Burg (La Bâtiaz), ein nagelneues, Disneyland-artiges Bernhardinermuseum (Barryland), eine gemütliche Altstadt (Martigny-Bourg) und die Kirchen Notre-Dame de la Visitation und Saint-Michel. Und natürlich viele, viele Geocaches, die Markus ausreichend Beschäftigung bieten. Den späteren Nachmittag und Abend verbringen wir am Hauptplatz bei einem Aperitif bzw. beim Italiener gegenüber, während sich die Schweizer Stabhochsprung-Elite sportlich austobt. Wanderschlumpf findet den Bewerb ausgesprochen spannend. Gerade als es besonders interessant wird, beginnt es zu tröpfeln und schon bald wie aus Kübeln zu schütten. Schade!
Auf Reduktionsdiät durch die Schlucht
Wir wandern heute mit leichtem Tagesrucksack, denn wir werden aus Ermangelung freier Betten in unserem Zielort Trient wieder nach Martigny zurückfahren – unsere Rücken freut das enorm! Die alte Route der Via Alpina würde ab Vernayaz nun eine Schleife nach Westen ziehen und auf 100 km Distanz in 6 Tagesetappen und jeweils ca. 6000 Höhenmetern bergauf und bergab nach Trient führen. Die neue schlanke Routenführung aber „spart“ diesen Schlenker ein und so wandern wir in lediglich 4,5 Stunden nach Trient. Darüber werden wir uns noch sehr wundern und auch ein bisserl ärgern, aber davon später. Mit dem Zug sind wir wieder in wenigen Minuten in Vernayaz (451m) startklar für die heutige Etappe. Zunächst führen zahlreiche Höhenmeter hinauf zum Eingang in die Schlucht des Flusses Trient (Gorges du Trient). Der Weg führt die Talenge entlang und um den Mont de l’Arpille herum. Einmal verlieren wir den Pfad und landen im unwegsamen Gelände. Ansonsten ist dies eine sehr angenehme Etappe im schattigen Wald in Wassernähe und mit Kunstgenuss. Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht führt in schwindelerregender Höhe die Bahntrasse des Mont-Blanc Express zwischen Martigny und Chamonix. In regelmäßigen Abständen beobachten wir die passierenden Züge und staunen über die angewandte Ingenieurskunst. Wir erreichen den Ort Trient (1.279m), der vom gleichnamigen Gletscher gekrönt ist. Schon bald besteigen wir das Postauto nach Martigny. Was nun folgt ist eine spektakuläre Fahrt über enge, steile Serpentinen nahe dem Abgrund. Es ist dies die Passstraße zwischen Martigny und Chamonix.
Mit Verzögerung in den Wanderstau
Wir überstehen den dritten Schlachttag in Folge am Buffet unbeschadet und verlassen Martigny endgültig. Letzteres ist allerdings gar nicht so einfach, denn das Postauto erzeugt noch vorm Erreichen der Stadtgrenze einen ohrenbetäubenden Dauerton. Der Fahrer versucht einen Neustart nach dem anderen. Was bei einem PC Wunder wirkt, hilft beim Bus in diesem Fall leider gar nicht und wir müssen für einen Autotausch in die Garage fahren. Kurze Zeit später geht es wieder die kurvenreiche Straße hinauf zum Col de la Forclaz, wo schon der Teufel los ist. Viele der Fahrgäste verlassen hier den Bus und gesellen sich in die Warteschlange zur „Tour du Mont Blanc“, kurz TMB. Es ist dies ein 170km langer Weitwanderweg rund um das Mont-Blanc-Massiv, der jedes Jahr von etwa 20.000 (!) Menschen begangen wird und ein internationales, vorwiegend junges Publikum anzieht. Ob Einzelkämpfer*in oder geführte Wandertour, ob Gepäcktransport oder Campen am Etappenende – alles ist möglich. Immerhin haben sich die Vorteile von profilierten Schuhen in der Szene schon herumgesprochen und Flipflops am Instagram-Post gelten inzwischen als uncool. In Trient (1.279m) verlassen wir gemeinsam mit einigen anderen Wandernden das Postauto und machen uns auf den Weg Richtung Vallée du Trient. Die neue Via Alpina Route führt hier hoch hinauf zum Pass Fenêtre d’Arprette auf 2.665m. Eine wunderschöne, aussichtsreiche Wanderung mit ständigem Blick auf den Trient-Gletscher. Das Wandern selbst generiert sich als permanentes Stop-and-Go, denn uns kommen viele Wandernde entgegen. Auch wenn die TMB hier nur als Variante über den Pass geht, sind doch erstaunlich viele Leute auf diesem schwierigen Weg unterwegs. Vor allem das umfangreiche Blockwerk im Abstieg in das Val d’Arpette hat es wegen unklarer Markierungen in sich und ist kraftraubend. Müde erreichen wir Champex-Lac (1.466m) und die Hauptroute der TMB. Ein reges Treiben herrscht hier und Hotel um Hotel reiht sich wie auf einer Perlenschnur entlang des Seeufers. Große Rucksäcke gehören zum Alltagsbild – Handtaschen sieht man hier keine! Wir sitzen schon längst beim Abendessen, wandern noch immer erschöpfte Neuankömmlinge die Straße herunter.
Auf geschichtsträchtigem Pfad
Es kehrt Ruhe ein auf unserem Weg, denn wir lassen die TMB nach Champex-Lac (1.466m) glücklicherweise hinter uns und erreichen bei Orsières (887m) wieder die Via Francigena. Ab jetzt wandern wir auf historischem Weg das Val d’Entremont hinauf, entweder im Wald, durch Wiesen oder entlang des Flusses La Drance d’Entremont. Hier waren schon die römischen Legionen unter Kaiser Augustus und auch Napoleon Bonaparte unterwegs. Viele Jahrhunderte schon zieht es Händlerinnen und Pilger in dieses Becken, an dessen Talschluss der Große Sankt Bernhard Pass zu überwinden ist und der Weg nach Italien führt. Heute geht das auch zeitsparender per Automobil durch den Tunnel. Wir aber gehen. Oben drüber, versteht sich. Wanderschlumpf freut sich über die tip-top markierten Wege in der Schweiz. Ob auch die früheren Passanten durch dieses Tal die Wege so vorfanden, bleibt ein Geheimnis. Die Wolken werden dunkler, aber wir erreichen die Pilgerunterkunft in Bourg-St. Pierre (1.632m) trocken. Später wird es noch ausgiebig regnen.
Vertrauensvoll in die Zukunft
Ein trüber Tag. Mit einem Frühstück von der Tankstelle im Magen marschieren wir in Bourg-St. Pierre (1.632m) los – die Regenponchos immer griffbereit. So richtig brauchen, werden wir sie vor allem in der letzten Wanderstunde. Oberhalb des Stausees Lac des Toules führt der alte Säumerweg gemächlich bergauf durch die unwirtliche Landschaft, oft parallel zur Passstraße. Im Regen und ohne Aussicht erreichen wir den Pass (2.473m). Wanderschlumpf ist heute ein bisserl stolz auf sich. Seit wir ihn in einem Bachbett bei Derborence gefunden haben, hat er nun schon über 100 km mit uns zurückgelegt. Als er vom Ziel unserer Reise erfahren hat, war er verunsichert und zögerlich. Monaco? Ist das zu schaffen? Können 2 Beine denn überhaupt so weit gehen? Ein Schritt nach dem anderen hat ihn nun hier auf den Großen St. Bernhard Pass gebracht. Auf den Alpenhauptkamm, die Wasserscheide zwischen Rhône und Po, Mittelmeer und Adria, die Grenze zwischen Schweiz und Italien, Wallis und Aostatal, die Trennlinie zwischen Walliser und Grajischen Alpen. Von Dankbarkeit und Freude erfüllt, blickt er mit Zuversicht in den Nebel Richtung Süden und nennt sich ab sofort WEITWANDERschlumpf.
Ora et labora – gelebte Gastlichkeit seit fast 1000 Jahren
Mitten in dieser kahlen Steinwüste auf über 2.400m Seehöhe steht der imposante Gebäudekomplex des im 11. Jahrhundert gegründeten Hospizes, ein traditionsreiches Kloster der Augustiner-Chorherren. Es bietet nicht nur bei diesem garstigen Wetter seit vielen hunderten von Jahren Schutz und Hilfe für Durchreisende. Die berühmten Bernhardinerhunde werden seit 300 Jahren hier heroben von den Mönchen gezüchtet und zur Suche von Lawinen-Opfern eingesetzt. Barry war der Bekannteste von ihnen. Der Legende nach soll er 40 Menschen das Leben gerettet haben. Wir nehmen die Gastfreundschaft der Klostergemeinschaft für eine Nacht in Anspruch und werden warmherzig in Empfang genommen. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin ohne Englischkenntnisse zeigt uns fürsorglich, wo wir alles finden. Nach der Dusche begeben wir uns geschniegelt und gestriegelt auf Entdeckungsreise durchs Hospiz, schauen uns eine Dokumentation zum Ort an, besuchen die Schatzkammer und die Kirche. Aus letzterer werden wir bald von einer laut parlierenden, italienischen Buspilgergruppe in tropfnassen Plastikponchos verdrängt. Kein Problem, der einladende Salon hält viele Bücher (auch Schlumpf-Comics!!!) und das Refektorium wärmende Getränke bereit. Beim gemeinschaftlichen Abendessen an den langen Tischen kommen wir schnell mit den anderen Gästen ins Gespräch. Besorgt um unser Seelenheil hat man uns bei der Ankunft auch einen Zettel mit den Andachtszeiten überreicht: Vesper vorm Abendessen, Komplet vorm Schlafengehen, Laudes zum Tagesanbruch und Mittagsoffizium für die Spätaufbrechenden unter den Weitwandernden. Die katholischen Riten sind also umfangreich, dabei hat man die Anbetung am Abend und die Messe am Vormittag sogar ausgelassen. Draußen heult der Wind, während wir uns hinter den dicken Klostermauern in unsere Betten kuscheln – den Schlafsaal mit 12 Matratzen haben wir für uns allein.
Burgfrau, Ritter und Schloss-Schlumpf für eine Nacht
Erhabene Bach’sche Orgelklänge wecken uns aus tiefstem Schlaf – alle Gänge werden von lauter Musik durchdrungen, kein Pilger und keine Pilgerin kann die belebenden Töne überhören. Also versammelt man sich alsbald zum kollektiven Frühstück mit Kaffee, Brot, Butter und Marmelade. Unser Tisch ist der letzte, der die Tafel auflöst – alle drücken sich scheinbar davor, einen Fuß vor die Tür zu setzen. Schließlich stehe ich – mit allen wärmenden Kleidungsstücken am Körper, die mein Rucksack hergibt – auf der Straße und warte auf Markus, der fieberhaft einen Geocache suchend, die Kälte gar nicht mitbekommt. Der eisige Wind fegt unbarmherzig über den Pass (2.473m), der in dichte Wolken gepackt ist. Auf gute Fernsicht hofft man heute vergeblich. Nach nur wenigen Metern passieren wir die Grenze zu Italien und verlassen die faszinierende, gletscherreiche Schweiz. Das Börserl 💸 atmet aber hörbar auf. Beim Abstieg ins Valle del Gran San Bernardo gelangen wir irgendwann unter die Wolkengrenze. Der Weg ist gut zu gehen – dafür sorgen unsere Kollegen vom italienischen Alpenverein, die wir hier bei der Arbeit zufällig treffen. Mit den neuen Farbmarkierungen bleiben natürlich keinerlei Fragen offen und wir kommen zügig voran.
Bald haben wir das schmucke Dorf Saint-Rhémy passiert, erreichen zur Mittagszeit unseren Zielort Saint-Léonard und ein lokales Feinkostgeschäft mit dem besten “panino con prosciutto e formaggio” aller Zeiten. Hier wird ein ganz besonderer Rohschinken kredenzt, der Jambon de Bosses. Satt und glücklich machen wir uns auf die Suche nach dem „Schlafsaal“. Es stellt sich heraus, dass dieser sich in einer mittelalterlichen Burg – Castello di Bosses, Ursprung im 12. Jh., heutige Form aus dem 15. Jh. – befindet und wir die einzigen Übernachtungsgäste sind. Für den restlichen Tag genießen wir ungeniert unser Dasein als Burgfräulein und Schlossherr und das “dolce far niente” in “Bella Italia” mit noch mehr Prosciutto, noch mehr Formaggio und natürlich Birra artigianale. Weitwanderschlumpf hingegen vertreibt sich die Zeit mit dem Durchstöbern der herrschaftlichen Räume auf der Suche nach Ritterrüstungen, Kettenhemden und Lanzen. Mir scheint, er hat sich ins Mittelalter verliebt!?!
Von Riesen umzingeltes Aostatal
Ganz ohne Unterstützung von Zofen, Mägden und Knechten schlüpfen wir Kurzzeit-Burgbewohner am nächsten Morgen in unsere zumindest olfaktorisch an die dunkle Epoche erinnernden Kleidungsstücke. Wir füllen die Lederbeutel mit unseren Habseligkeiten und satteln frohgemutes die Maultiere… Ernüchterung – 2025! Wir gehen wie geplant zu Fuß weiter. Das Wetter verspricht einen traumhaften Tag mit Sonnenschein und blauem Himmel bei angenehmen, kühleren Temperaturen. Den Fluss Torrent de Bosses (1.466m) haben wir bald überquert und es folgt der lange, aber unschwierige Aufstieg zum Col Citrin (2.484m). Die Weiden reichen bis kurz unter den Pass und die sanfte Landschaft ist mit sattem Grün überzogen. Die atemberaubende Aussicht nach Nordosten offenbart nicht nur den nahen Grand Combin (4.309m), sondern auch die markante Pyramide des Matterhorns (4.478m) und weiter östlich das gletscherbedeckte Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze (4.634m). Im Süden reiht sich ebenfalls ein weißer Gipfel an den anderen. Darunter die Grande Sassière (3.751m) an der Grenze zu Frankreich, die wir auf der Via Alpina noch viel näher sehen werden. Nach einer zünftigen Bergjause mit Wurst, Käse und Grissini aus dem Aostatal (wir ignorieren geflissentlich das laute Schmatzen vom Weitwanderschlumpf angesichts dieser Köstlichkeiten), steigen wir hinab in das Vertosan-Tal und bewandern anschließend eine lange, lange Forststraße talauswärts und dann schönere Wege rund um den Mont Joux. Schließlich ist es endlich soweit! Kurz vor der Ansiedlung Vens eröffnet sich erstmals für uns der Blick auf den Mont Blanc (4.806m). Fast schüchtern zeigt er nur seinen Gipfelbereich her und verbirgt seinen gewaltigen Unterbau hinter einem vorgelagerten Bergrücken. Ich bin ganz verzaubert von diesem Moment. Von Triest weg sind wir dem Alpenbogen gefolgt und jetzt stehen wir vor dem höchsten Berg dieses einzigartigen Hochgebirges. Der Tag ist schon weit fortgeschritten und nur ungern reißen wir uns von diesem Anblick los. Vens (1.750m) präsentiert sich als uriges Alpendorf und bei der Kirche wartet der nächste grandiose Ausblick auf uns: im Süden ragt der Gran Paradiso (4.061m) in die Höhe. Mir scheint, im Aostatal jagt ein Superlativ den nächsten.
Wir steigen nochmals 500 Höhenmeter nach unten in unseren Zielort Cérellaz (1.254m). In unserer Unterkunft werden wir erstklassig verköstigt und befinden uns heuer erstmalig in der Gesellschaft eines anderen Via-Alpina-Wanderers. Lukas ist aus der Schweiz und wandert immer wieder einige Tage bis mehrere Wochen am alten Roten Weg. Es bereitet uns große Freude, unsere facettenreichen Erlebnisse am Weg lebhaft auszutauschen. Leider dirigiert mich mein Bauch nach dem Essen zurück ins Zimmer. Der nach alter Tradition hergestellte Blauschimmelkäse von der mittäglichen Bergjause enthielt wohl ganz andere Kulturen von Mikroorganismen als der üblicherweise von mir verzehrte industrielle Österkron von Schärdinger. Den restlichen Abend und auch weite Teile der Nacht verbringe ich zwangsläufig am „Stillen Örtchen“.


Die Dürre im Tal
Übernachtig und wackelig auf den Beinen starte ich in den neuen Tag. Es gibt wieder erstklassiges Wetter und es wartet eine nicht so anspruchsvolle Tour auf uns. Also, los geht’s. Zunächst steigen wir nach Avise (778m) am Talboden ab und überqueren den Fluss Dora Baltea. Hier und fast im gesamten Aostatal ist alles SEHR trocken. Es wird großflächig bewässert und der Bewuchs ganzer Hänge ist braun und verdorrt. Das Klima ist fast schon mediterran und es wachsen Esskastanien, Feigen und Wein. In Runaz genießen wir einen besonderen Blick auf den Mont Blanc und legen schon die erste Rast ein. Das wird nur die erste von vielen weiteren Pausen sein, denn ich komme heute nicht so schnell voran wie gewohnt. Zwar muss ich unterwegs glücklicherweise nicht in die Büsche, aber es fehlt mir eindeutig die Energie und Belastbarkeit. Es geht hinauf in das Hochtal Valgrisenche. Es gibt heute ein paar Höhenmeter zu bewältigen, aber in Summe gehen wir auf schönen Höhenwegen mit viel Ausblick und durch kleine Bergdörfer. In Baulin (1.764m) wird die Mittagsjause verzehrt, während sich im Osten das Monte-Rosa-Massiv prominent gegen den blauen Himmel abzeichnet. In Planaval (1.553m) wird gerade der Dorfheilige ausgiebig gefeiert. Jeder noch so kleine Platz ist zugeparkt – Autos überall. Besser schnell weiter! Jetzt schlängelt sich der Weg entlang des Flusses Doire de Valgrisenche bis zu unserem Zielort Valgrisenche (1.690m).
Habt acht!
Unsere Unterkunft in Valgrisenche ist eine ehemalige Kaserne. Die Zimmer haben leider den Charme einer Militärinstitution behalten: harter Fliesenboden, nüchterne Funktionsmöbel und Matratzen mit Feldbett-Charakter. Dazu gesellt sich eine eisige Kälte im Raum. Das hoffnungsvolle Einschalten der Heizkörper bleibt ergebnislos. Puh, und morgen den Ruhetag hier verbringen? Den müssen wir vorziehen, weil die anvisierte Hütte in Frankreich am Sonntag bereits ausgebucht ist. Naja, gehen wir mal zum Abendessen, dann schauen wir weiter…


Die Fastenkur der Via Alpina
Auch Lukas ist wieder in der gleichen Unterkunft und so speisen wir zusammen im wohl einzigen lauschigen Platz dieser Ex-Kaserne: das Restaurant. Wir schwärmen von der tip-top Aussicht auf den Mont Blanc oberhalb von Runaz und dass wir ihn jetzt endlich auch fast im Ganzen gesehen haben. Hm. Lukas kramt in seinem Handy nach den Fotos von der früher schon erwähnten Schleife Richtung Westen zwischen Vernayaz und Trient, die bei der „Modernisierung“ des Roten Weges weggefallen ist. Da Lukas weiterhin der alten Routenführung folgt, war er dort und zeigt uns nun beeindruckende Bilder von der Nordseite des Mont Blanc – ausgedehnte Gletscher, gigantische Eismassen und ein imposanter Gebirgsstock. Nur ein Tal liegt zwischen ihm und dem Riesen. Sogar der Mont Blanc ist also ein Opfer des Schlankheitswahns der neuen Routengestaltung geworden und führt die traurige Liste der Verluste an. Man muss nicht alles auf dieser Welt verstehen… aber der Ärger lässt sich nur schwer verbergen.

Angeschlagen
Und schon wieder muss ich nach dem Essen das Töpfchen hüten. Mein Darm ist zwar auf dem Weg der Besserung, aber noch nicht dort, wo er sein sollte für vergnügtes Weitwandern. In der eisigen Höhle unseres Zimmers verbringen wir trotz dicker Militärdecken eine frostige Nacht. In der Früh ist die Verkühlung von Markus, die sich schon gestern angekündigt hat, voll erblüht – die Nase tropft, der Husten bellt, der Hals ist gerötet und Mattigkeit zeigt sich in allen Gliedern. Ob das morgen schon soweit wieder abgeklungen sein wird, dass wir die nächste Etappe mit einem Passübergang auf über 2.700m Seehöhe nach dem heutigen Ruhetag angehen können? Oder sollen wir besser 2-3 Ruhetage in Folge einplanen? Aber in drei Tagen soll laut Prognosen die nächste Schlechtwetterfront kommen. Was sollen wir machen?
Abrüstung ist jetzt Programm
Wir brechen unsere (Militär-)Zelte ab und treten die Heimreise an. Weitwanderschlumpf ist untröstlich. Der nächste Bus talauswärts fährt erst am Abend, wir starten zu Fuß und versuchen es erfolglos mit Autostoppen. Bei La Béthaz entdeckt Markus zwei schwarze Minivans, die sich gerade zweier Ladungen Wandernder entledigen. Die Autos fahren sicher gleich wieder talauswärts! Und so kommt es, dass wir wenig später als Fahrgäste platznehmen und nach Saint-Pierre gebracht werden. Weiter geht es mit dem stündlichen Bus nach Aosta, wo wir sofort in einen Flixbus nach Mailand umsteigen. Vom Busbahnhof durchqueren wir mit der U-Bahn die Stadt und sitzen alsbald in einem Zug nach Verona und dann weiter nach Bozen, wo wir die Nacht verbringen. Am nächsten Morgen geht es über den Brenner nach Innsbruck und der RJX bringt uns im Eiltempo nach Hause und Markus ins Bett.
FAZIT
Wir hatten zwei wunderbare Wanderwochen auf der Via Alpina in der Schweiz und im Aostatal und sind dabei Monaco 209 km nähergekommen. Weitwanderschlumpf hat seit langem von einem solchen Abenteuer geträumt! Was für ein Glück, dass wir ihn gefunden haben und er nun mit uns – wenn alles passt – bis ans Mittelmeer wandern wird!

























































































































































































