Wien, 2018

Hands up Wien! 🙌

Wenn sich der Sommer dem Ende neigt wird es bei mir Zeit für einen Wien-Besuch. Hier ein paar aktuelle Eindrücke (vorwiegend aus dem Tiergarten 😀) und Tipps für Wien im Herbst 2018.

Hands Up! 🙌

Die Ausstellung Hands Up ist eine einzigartige Gelegenheit in die Welt gehörloser Menschen einzutauchen. Ein Guide führt (die mit Ohrstöpsel und Kopfhörer vorübergehend gehörlos gemachten Besucher) durch die Ausstellung und erzählt in Gebärdensprache unter anderem etwas über Gehörlosenkultur, Alltag und Sprache. Woher weiß ein Gehörloser, dass jemand an der Tür läutet? Was heißt “Ich liebe dich” in Gebärdensprache?  Und wo kann man Gebärdensprache lernen? Die Ausstellung bietet Antworten auf all diese Fragen. Für den Besuch sollte man etwa eine Stunde einplanen. 
Schottenstift (Freyung 6), Dienstag – Samstag, 18€, www.handsup.wien

World Press Photo 18 📸

Ein jährlicher Fixpunkt ist die Fotoausstellung “World Press Photo” im Wiener Westlicht. Ausgestellt werden die besten Pressefotos des vergangenen Jahres in Kategorien wie “Langzeitprojekte”, “Harte Fakten”, “Menschen” und erstmals auch “Umwelt”. Die Ausstellung beleuchtet auch aktuelle Krisen und ist daher nicht unbedingt als leichte Kost anzusehen. Mit dem Eintritt kann man sich auch die Ausstellung “Icons” ansehen, für die prominente Fotos detailgetreu nachgestellt wurden – zum Beispiel die Mondlandung.
Westlicht (Westbahnstraße 40), täglich bis 21. Oktober 2018, 8€, www.westlicht.com

NATA Lisboa 🇵🇹

Wer schonmal in Portugal war kennt sie und wer sie nicht kennt muss sie kennenlernen: Pasteis de Nata. Das kleine Café in der Landstraßer Hauptstraße serviert die heiß begehrten Blätterteig-Vanillepudding-Leckereien sowie Kaffee und Empadas (sehr lecker: Spanferkel). Auf jeden Fall einen (oder zwei, oder drei, …) Besuch(e) wert!
NATA Lisboa (Landstraßer Hauptstraße 65), täglich außer Sonntag, www.natalisboa.com

Udaipur

Darjeeling Limited II: Udaipur

Von Mumbai führte unsere Reise per Nachtbus nach Udaipur, eine an einem See gelegene Stadt am südlichen Ende Rajasthans, wo wir gleich mal auf den beliebtesten Trick der Tuk-Tuk-Fahrer reinfielen – aber dazu später mehr. Die Reise mit dem Nachtbus war ein Erlebnis für sich. Wir hatten einen Liegeplatz für zwei Personen gebucht, der nicht sonderlich bequem war (man lag quasi auf einem Teppichboden), dafür konnte man zumindest seine Beine ausstrecken und ein bisschen schlafen. Um Mitternacht blieben wir für eine Stunde an einer Raststätte stehen wo neben unserem noch zahlreiche andere Reisebusse Pause machten und die Fahrgäste sich mit Essen und Trinken versorgten. Als unser Bus eine Melodie hupte (ja, eine Melodie!) wussten wir, dass es Zeit zum Einsteigen und Weiterfahren war. Unterwegs bemerkten wir, dass wir ein falsches Hostel gebucht hatten. Es gab zwei Backpacker Panda-Hostels in Udaipur: ein zentrales und ein außerhalb gelegenes. Dank dem Schreiber dieser Zeilen wurde aber versehentlich das Hostel außerhalb gebucht. Wir verwarfen die Überlegung es zu stornieren und beschlossen trotzdem dort zu nächtigen – macht ja nichts, wenn das Zentrum eine kurze Tuk-Tuk-Fahrt entfernt liegt. Doch dann kam die Rickshaw-Fahrt zum Hostel…

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Andheri, Mumbai

Darjeeling Limited I: Mumbai

Indien. Mein Bild dieses Landes wurde die letzten zehn Jahre in erster Linie von Wes Andersons Film “The Darjeeling Limited” geprägt: sandige Wüsten, bunte Tempel, lebendige Städte und lange Zugfahrten in Zügen mit Waggons ganz unterschiedlicher Klassen. Und es hätte mich nicht überrascht, wenn es auch für die nächsten zehn Jahre meine einzigen Eindrücke geblieben wären. Doch oft kommt es anders als man denkt: so fand ich mich im August 2017 frühmorgens am Flughafen Graz mit einer Boardkarte in der Hand die ganz klar sagte: Markus fliegt nach Indien.

In dieser (in Zukunft) mehrteiligen Serie werde ich ein paar Eindrücke aus Indien mit euch teilen. Es war meine erste Reise nach Asien, meine erste Reise in ein Land, das nicht zum westlichen Kulturkreis gehört. Es war ein Abenteuer. (Artikel wird unten fortgesetzt.)

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Scroll Free September

Scroll Free September

Scroll Free September
Scroll Free September

Ist das erste was du in der Früh machst ein kurzer Check des Facebook-Feed nach Neuigkeiten? Scrollst du während dem Mittagessen durch den Instagram-Feed und gehst du am Abend später ins Bett als dir lieb ist, weil du in einem sozialen Netzwerk hängen bleibst?

Der ständige Konsum von sozialen Medien kann die psychische und physische Gesundheit schädigen. Die Royal Society for Public Health (RSPH) hat daher den aktuellen Monat zum Scroll Free September ernannt und möchte Menschen auf die Gefahren des Social-Media-Konsums aufmerksam machen und zu einem Durchbrechen der Gewohnheiten motivieren.

Soziale Medien sind so gestaltet, dass man möglichst viel Zeit mit ihnen verbringt. Inhalte sind so zugeschnitten, dass man motiviert ist weiterzuscrollen. Denn je länger man ein soziales Netzwerk nutzt, desto mehr Werbung sieht man, und desto mehr Einnahmen erhalten die Betreiber. Nebenbei führt das aber auch dazu, dass vorwiegend Inhalte angezeigt werden, mit denen man übereinstimmt, und weniger Inhalte denen man kontrovers gegenübersteht, die einen möglicherweise zum Schließen des Browser-Tab bringen, mit denen man aber seinen Horizont erweitern könnte. Gezielt werden Inhalte unterdrückt für die ein Betreiber nicht zahlt (die Tagespresse hat daher ein Abomodell eingeführt, um nicht abhängig von den Besuchern zu sein, die Facebook ihnen vorbeischickt) selbst wenn man die jeweilige Seite abonniert hat.

Da ich erstens zu viel in den sozialen Netzwerken als Konsument unterwegs bin, und außerdem mittlerweile eine äußerst kritische Haltung gegenüber den Betreibern und ihren Handlungen eingenommen habe, habe ich mich entschlossen, diesen September Cold Turkey (so nennt RSPH den kompletten Verzicht auf soziale Medien) zu machen und Instagram und Facebook fern zu bleiben. Danach hoffe ich, Facebook permanent deaktivieren zu können (ich bin nur noch dort, weil ich Mitglied von Facebook-Gruppen bin, die dort exklusiv Informationen verbreiten. Aber was solls, einer muss mal den Anfang machen.) und meinen Instagram-Konsum zu reduzieren.

Was heißt das für vivalafoto.net?

Unser nunmehr 10 Jahre alter Fotoblog (wow!) ist in den letzten Jahren oft sträflich vernachlässigt worden. Besonders in Anbetracht anstehender Reisen habe ich geplant, den Blog wieder zu beleben und regelmäßiger Fotos (und so weiter) zu posten. Hier können auch die mitlesen, die keine sozialen Netzwerke nutzen, und hier bekommt kein großer Konzern Geld, weil jemand meine Fotos anschaut. Und wer sich nicht dafür interessiert muss nicht vorbeischauen, und bekommt nicht ständig meine Fotos in seinem/ihrem Feed auf Facebook, Instagram oder als WhatsApp Status angezeigt. Win – win! 😀

Dieses Wochenende habe ich schon mal den Grundstein gelegt: die Webseite zu einem neuen Hostingprovider übertragen, HTTPS aktiviert und ein aktuelles, nettes Foto für euch ausgesucht. Ein Foto vom heurigen Bergwochenende inklusive Klettersteig am Sinabell. Das Foto wurde vom Klettersteig zum Guttenberghaus hinunter aufgenommen.

Guttenberghaus, 2018
Guttenberghaus, 2018

Grafiken: Royal Society for Public Health

Andalusien

Spring Break in Andalusien

Nein, ich meine nicht das Spring Break an das du vielleicht denkst, wo man nach Kroatien an den Strand fährt und sich ein paar Tage lang nach allen Regeln der Kunst betrinkt. Dieses Jahr habe ich meine freie Woche im Frühling genutzt um die südlichste autonome Gemeinschaft auf der iberischen Halbinsel zu besuchen: Andalusien.

Ich werde ein paar Fotos und Erlebnisse von den drei Stationen meiner Reise (Málaga, Cádiz und Sevilla) mit euch teilen.

Reisevorbereitungen

Nach Spanien kann man sehr unkompliziert fliegen, und über Checkfelix konnte ich recht günstige Flüge ab Graz finden. Viele Grazer fliegen von Wien aus in den Urlaub, denn Flüge von dort sind meistens billiger und manchmal sogar direkt. Ich finde aber, dass es entspannter ist von Graz aus zu fliegen, weil man sich die Anreise nach Wien (kostet auch was!) und frühes Aufstehen spart. Und am allerbesten ist, dass ich nach der Landung zuhause innerhalb von wenigen Minuten in den eigenen vier Wänden die Urlaubswäsche in die Waschmaschine schupfen kann.

Mein treuer Begleiter auf dieser Reise war der Andalusien-Führer von Lonely Planet. Wie alle Lonely Planets ist der Reiseführer sehr übersichtlich aufgebaut, und die Andalusien-Ausgabe geht auch ausreichend ins Detail, was man leider nicht von allen Lonely Planets behaupten kann.

Meine Vorausplanungen beschränkten sich auf Ankunft, Abflug und dem Hostel für die ersten paar Tage in Málaga. Diesen Urlaub wollte ich so flexibel wie möglich sein und nahm mir grob vor neben Málaga nach Möglichkeit auch Granada, Cordoba, Sevilla und Gibraltar zu erkunden. Zum ersten Mal reiste ich auch ausschließlich mit Handgepäck.

Málaga

Nach der Ankunft ging es mit dem Zug in die Stadt, und zu Fuß weiter zum Light’s Out Hostel. Málaga hat einen herrlich südländischen Flair (hat jemand was anderes erwartet?) und ich konnte nicht genug davon bekommen an den warmen Tagen und lauen Abenden durch Malagás lebendige Straßen zu schlendern. Natürlich besuchte ich auch die klassischen Sehenswürdigkeiten von Málaga: die Alcazaba, eine Festung zu deren Füßen auch ein römisches Theater liegt sowie das Castillo Gibralfaro, von wo man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Der Spaziergang zur Alcazaba und anschließend zum Castillo war herrlich: es gab eine tolle Aussicht, das Wetter war toll und überall gab es Orangenbäume! 😀

Ein Stück neben dem alten römischen Theater kam ich an einem Kino vorbei, dessen Aushang mit stutzig machte. Aus der Auslage des Cine Albéniz schaute mir der österreichische Schauspieler und Kabarettist Josef Hader entgegen! Tatsächlich lief dort der Film “Vor der Morgenröte” (spanisch: Stefan Zweig – Adiós a Europa) – und schon am Abend saß ich auch in einer Vorstellung! Der Kinosall war ganz anders als ich es gewohnt war. Das Gebäude war alt und Wand und Decke im Kinosaal waren verziert. Die Stühle selbst standen alle auf einer Ebene, davon war die Leinwand erhöht platziert.

Cádiz

Von Málaga fuhr ich mit dem Zug nach Cádiz, der ältesten durchgehend bewohnten Stadt Westeuropas. Ich quartierte mich in der Casa Caracol ein und verbrachte meine Tage und Abende am Strand (es gibt zwei Strände auf unterschiedlichen Seiten der Stadt), lernte im Hostel nette Leute kennen und schlenderte gemütlich durch die Stadt. Das Hostel “Casa Caracol” ist perfekt um Leute kennenzulernen, denn gefrühstückt wird ganz familiär an einem gemeinsamen Tisch. Es werden auch Stadtführungen organisiert und überhaupt war das Personal super nett. Das Highlight: es gibt eine Dachterasse mit einer Hängematte, wo ich endlich etwas Fortschritt mit meinem Projekt den Herr der Ringe zu lesen machen konnte. In Cádiz entdeckte ich außerdem meine Liebe zum Tinto de Verano: Rotwein, mit Zitronenlimonade und Eis. An einem Abend besorgten wir uns Brot, Oliven, Käse und Wein und gingen an den Strand um den Sonnenuntergang zu genießen.

Sevilla

Nach drei Tagen in Cádiz musste ich mich von meinen neu gewonnenen Freunden verabschieden und brav nach Sevilla auf. Ich bin mir nicht sicher ob das Highlight in Sevilla der Metropol Parasol oder die Straßenbahnen mit Hut waren. Okay, um ehrlich zu sein waren die Highlights der Plaza des España (mit einem Wandbild je spanischem Bezirk) und die Alcázar, eine große Schloss- und Parkanlage mitten in der Stadt. Auch in Sevilla nahm ich an einer vom Hostel (La Banda) organisierten Walking Tour teil, aß Tapas und schickte endlich meine Urlaubskarten ab.

Von Sevilla ging es zurück nach Málaga von wo ich zurück in die kühle Heimat flog. Mein Reisebericht war vielleicht dürftig (und verspätet), aber es geht ja eh um die Fotos. 😉