Udaipur

Darjeeling Limited II: Udaipur

Von Mumbai führte unsere Reise per Nachtbus nach Udaipur, eine an einem See gelegene Stadt am südlichen Ende Rajasthans, wo wir gleich mal auf den beliebtesten Trick der Tuk-Tuk-Fahrer reinfielen – aber dazu später mehr. Die Reise mit dem Nachtbus war ein Erlebnis für sich. Wir hatten einen Liegeplatz für zwei Personen gebucht, der nicht sonderlich bequem war (man lag quasi auf einem Teppichboden), dafür konnte man zumindest seine Beine ausstrecken und ein bisschen schlafen. Um Mitternacht blieben wir für eine Stunde an einer Raststätte stehen wo neben unserem noch zahlreiche andere Reisebusse Pause machten und die Fahrgäste sich mit Essen und Trinken versorgten. Als unser Bus eine Melodie hupte (ja, eine Melodie!) wussten wir, dass es Zeit zum Einsteigen und Weiterfahren war. Unterwegs bemerkten wir, dass wir ein falsches Hostel gebucht hatten. Es gab zwei Backpacker Panda-Hostels in Udaipur: ein zentrales und ein außerhalb gelegenes. Dank dem Schreiber dieser Zeilen wurde aber versehentlich das Hostel außerhalb gebucht. Wir verwarfen die Überlegung es zu stornieren und beschlossen trotzdem dort zu nächtigen – macht ja nichts, wenn das Zentrum eine kurze Tuk-Tuk-Fahrt entfernt liegt. Doch dann kam die Rickshaw-Fahrt zum Hostel…

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Smaugs Ende

Von Artischocke bis Zabaione – So kocht Italien!

Wir befinden uns im vierten Jahr eines vermeintlich kleinen und überschaubaren Kochprojektes, das sich schon bald nach dem Start als unsere größte bisherige kulinarische Herausforderung entpuppte. Auf der Zugfahrt von Graz nach Wien zu Silvester 2011 beschlossen wir im kommenden Jahr unser Lieblingskochbuch „So kocht Italien“ der Köche Gasteiger, Wieser und Bachmann von A bis Z durchzukochen. Kein Rezept sollte ausgespart bleiben, furchtlos wollten wir den Hummern, Tauben und Wildschweinen in unseren Töpfen ins Auge blicken, mit Vollgas sollten die Nudelteige in allen Farben des Regenbogens durch die Walzen der Julia gejagt werden.

Glaubten wir in den ersten Monaten noch an ein schnelles Abhakerln der angeblich 800 Rezepte – erstaunlicherweise ergab ein sorgfältiges Nachzählen eine Rezeptsumme von 410 – erreichte uns am Ende des ersten Jahres die Einsicht und Erkenntnis, dass Brühen brauen, Hammel schmoren und Aufstöbern von (für österreichische Supermärkte exotischen) Zutaten einer Vollzeitbeschäftigung als Haubenkoch bedarf. Auf unseren Raubzügen durch Wien bekamen wir nicht das gewohnte „Darfs a bisserl mehr sein?“ zu hören, sondern eher Sätze wie „Sind Sie sicher, dass Sie Carabinieros wollen? Die kaufen eigentlich nur Angeber und das Kilo kostet 100 €“. Der italienische Delikatessenhändler Piccini auf der Linken Wienzeile meinte gar, ich würde Einkäufe für eine ältere Dame erledigen, als ich nach solch antiquierten Pastasorten wie Maltagliati und Bigoli fragte. Ein besonderes Erlebnis für unsere Geruchssensoren bescherte uns „Fisch Gruber“’s Stockfisch – bis heute wissen wir nicht, ob dieser getrocknete Fisch beim mehrtägigen Einwässern immer eine solch kraftvolle Note entwickelt oder ob es sich schlicht um ein verdorbenes Exemplar handelte – Fakt ist: die Wohnung stank noch Wochen später trotz massiven Einsatzes von Duftsprays bestialisch. Für unsere Nasen vergleichsweise harmlos war da die nicht ausreichend abgelegene Schulter eines brünftigen Rehbocks.

Nach Hunderten in der Küche verbrachten Stunden, unzähligen You Tube Videos der Marke „Wie filetiere ich eine Seezunge?“, zahllosen geselligen und fröhlichen Abenden mit unseren Gästen und vielen, vielen kulinarischen Hochgenüssen starten wir den Countdown – es sind nur mehr 10 Rezepte über. Die Vorfreude ist riesig und die Erleichterung über das nahe Projektende deutlich. Würden wir es wieder tun? Ja, jederzeit!