„The Japanese Eye“ – Junichiro Hiramatsu

Lasse ich die besuchten Ausstellungen des Jahres 2009 Revue passieren, bemerke ich, dass ich noch nicht alle beschreibenswerten

Ausstellungen in einem Ausstellungsbericht zusammengefasst habe. Dies gilt auch für die Schau „The Japanese Eye“ von Junichiro Hiramatsu vom 11.08.-23.08.2009 im Westlicht – Schauplatz für Fotografie, Wien (Kurator: Thomas Freiler).

Foto: Copyright Junichiro Hiramatsu, Girona, Spanien

Foto: Copyright Junichiro Hiramatsu, Girona, Spanien

Hiramatsu ist ein leidenschaftlicher Reisender durch Europa – über 90 Mal hat er den alten Kontinent bereits besucht, im Alter von 24 Jahren zum ersten Mal – und er ist ein begabter Amateurfotograf. Das Westlicht zeigt 400 seiner Reisefotografien in 20x30cm zu 5-7 Bilder gruppiert, was zunächst auf eine große Bilderflut schließen lässt, doch die Erwartung erfüllt sich nicht. Man ist zwar überwältigt von der Menge an Fotografien, doch Urlaubsstimmung stellt sich unweigerlich ein. Hiramatsu fotografiert ausschließlich mit analogen Kameras, sie ermöglichen eine „materielle Erinnerungsspur“, so Hiramatsu. Zu sehen gibt es vieles: Menschen, Häuser, Landschaften und alltägliche Situationen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Aus großen Städten gleichwohl wie aus kleinen Städten wie Paris, Utrecht, Turin, Canal du Midi, Mola di Bari oder Girona stammen seine Momentaufnahmen. Die Bilder zeigen uns Europa durch die Augen eines Fremden.

Junichiro Hiramatsu, geboren 1949 in Japan, hat sich nach seinem Wirtschaftsstudium eingehend mit bildender Kunst und Fotografie auseinander gesetzt. Kunst und Design faszinieren ihn, daher wohl auch sein Hang zum italienischen Rot: er ist begeisterter Ferrari-Liebhaber. Die Galerie Westlicht zeigt seine Bilder zum ersten Mal auf europäischem Boden. Wer Fotos von Wien vermisst: Hiramatsu hatte Wien zum Zeitpunkt des Ausstellungsbeginns noch nicht auf Film verewigt.
http://www.westlicht.com/index.php?id=173478

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